Funktionsweise der gesamten Anlage

Rechenhaus

 

Durch den Sammelkanal gelangen zu Spitzenzeiten 123 Liter pro Sekunde zum Klärwerk - bei Niederschlägen sogar 10 mal soviel.


Als erstes werden mit vollautomatischen Feinsiebrechen mit der Spaltweite von 5mm die anfallenden Grobstoffe entfernt. Das Rechengut wird gewaschen, gepresst und in einem Container abgeworfen.


Die in der Anlage zu behandelnde Abwassermenge ist auf maximal 250 Liter pro Sekunde ausgelegt und bei mehr Zulauf (zB. Starkregen, Gewitter) wirft ein Regenüberlauf das zusätzliche Wasser ab und führt es in das Regenrückhaltebecken

 

 Sand - Fettfang

 

Volumen 161 m³


Im zweistrassig belüfteten Langsandfang mit seitlich angeordnetem Fettfang werden mineralische Stoffe (wie Sand und Kies) abgeschieden und diese werden ausgewaschen.

Gleichzeitig werden im seitlichen Fettfang das anfallende Fett für die Gasproduktion dem Faulturm zugeführt.

 

 Regenrückhaltebecken

 

Volumen 430 m³


Hier werden, speziell im Fall von intensiven Niederschlägen, große Wassermengen für einige Zeit zurückgehalten und erst in späterer Folge der weiteren Klärung zugeführt.

 

 Vorklärbecken

  Im Vorklärbecken mit einem Nutzungsvolumen von 297m³ setzt sich der Rohschlamm ab. Dieser Rohschlamm wird zum Voreindicker gepumpt und in weiterer Folge in den Faulturm gebracht und bildet dort das Faulgas, welches wiederum in unserer Micro-Gas-Turbine zur Stromerzeugung verwendet wird.

 

 

Zwischenhebewerk

  Das Abwasser wird mit diesem Hebewerk ca. 5m gehoben und gelangt dadurch in die anschließende biologische Stufe.

Biologie

 

Die Rechteckbecken der biologischen Stufe sind zweistraßig ausgeführt und weisen 3 Zonen auf.
Der erste Teil mit insgesamt 1.112m³ dient der biologischen Phosphorelimination und wird mit Rohabwasser und Rücklaufschlamm beschickt.


Der zweite Teil mit 2.396m³ dient dem Abbau der Stickstoffverbindungen, hier wird ebenfalls nur umgewälzt und nitratreiches Abwasser aus der dritten Stufe zurückgeführt.


In der dritten Zone (3.584m³) wird durch Luftzufuhr das Milieu geschaffen, dass Bakterien und Mircroorganismen den Abbau der organischen Verbindungen besorgen können.
Ausserdem wurde hier für eine Phosphatfällung durch Zugabe von Chemikalien vorgesorgt. Da alle biologischen bzw. biochemischen Vorgänge temperaturempfindlich sind, wurde das gesamte Becken (1.370m²) abgedeckt.


Das Abwasser-Schlammgemisch gelangt über ein Verteilerbauwerk zu den vier Nachklärbecken mit je 210 m² Oberfläche, in denen sich das gereinigt Abwasser vom Belebtschlamm trennt.

 

Gebläsestation

 

Hier sorgen Verdichter für den Sauerstoffeintrag im Belebungsbecken, die über Sauerstoff- und Ammoniumsonden geregelt wird.

 

Nachklärbecken

 

In den vier Nachklärbecken á 820m³ trennt sich das gereinigte Abwasser vom Belebtschlamm.

Dieser sich absetzende Schlamm wird teils in das Belebungsbecken zurückgeführt, teils zur Schlammbehandlung gepumpt.

Der Rest des gereinigten und abgetrennten Klarwassers kommt über die Ablaufrinnen in den Vorfluter der Brixentaler Ache..

 

Faulturm

 

In den beiden Faultürmen mit je 584 m³ Fassungsvermögen fault der Schlamm unter Wärmezufuhr bei einer Temperatur von 35 - 40° ca. 20 Tage aus.


Das bei diesem Prozess entstehende Faulgas (vorwiegend Methan) wird der Micro – Gas -Turbine zugeführt, wo elektrische und thermische Energie erzeugt wird.


Der Mengenausgleich erfolgt über den Gasspeicher, welcher 400 m³ Fassungsvermögen aufweist.

Gasspeicher

  Volumen 400m³

Das im Faulturm entstandene Gas wird hier "zwischengespeichert" und in weiterer Folge der zur Micro-Gas-Turbine Verbrennung zugeführt.

 

Schlammbehandlung Müse

  Der Überschussschlamm aus der Belebung wird maschinell eingedickt auf eine Trockensubstanz von 3,5 – 5,5 % und anschließend mit dem Schlamm aus der Vorklärung im Voreindicker (223 m³) vermischt und dem Faulturm zugeführt.

 

 Schlammentwässerung Dekanter

  Der ausgefaulte und somit stabilisierte Schlamm aus dem Faulturm gelangt zum Nacheindicker (mit 223m³) und wird mit einer Dekanterzentrifuge entwässert auf eine Trockensubstanz von 25 – 28 %. Ca. 500t gepresster Klärschlamm geht zur Kompostierung.

 

 Pumpen Keller

  Im Selektorgang Keller befinden sich sämtliche Schieber und Beschickungspumpen

 

 Labor

 

Im Labor werden sämtliche Analysen, die von der Wasserrechtsbehörde gefordert werden, von uns durchgeführt: von der Probennahme (verschiedene Schlammproben) über die Untersuchung (zB. Zulauf,- Ablaufuntersuchungen) bis zur Befunderstellung.


Nach diesen Messwerten wird die Anlage gesteuert und somit die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte garantiert.

 

Überwachung/Kontrolle per PC